Die Stimme & ihre Funktionen – endlich verstehen, was die Stimme ausmacht

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Die Stimme erfüllt beim Sprechen verschiedene Funktionen.

Unsere Stimme ist nach der Körpersprache unser Hauptkommunikationsmittel. Dabei übertragen wir nicht nur wörtliche Botschaften. Bewusst und unbewusst lösen wir mit dieser oft noch viel mehr aus. Die Funktionen und Folgen, die unsere Stimme haben kann, finden Sie hier.

Disclaimer: Niemand kann auf seine Stimme reduziert werden. Dieser Beitrag soll lediglich zeigen, was für eine Rolle der Stimmklang in unserer Gesellschaft spielt und welches Verhalten darauf zurückzuführen ist.

Die Stimme: Funktionen und Auswirkungen

Die Stimme verrät viel über unsere Person. Durch sie könne Zuhörer abschätzen, welchem Geschlecht wir angehören, wie alt und wie groß wir ungefähr sind. Hören wir Verschiedene auf einmal, dann könne wir gezielt die uns vertraute herausfiltern. Andersherum kann ein vertrauter Stimmklang jedoch auch gekonnt ignorieren werden. Unseren eigenen Klang könnten wir in einer Tonaufnahme von viele Personen auch nicht wiederfinden. In sozialen Situationen fällte es also leicht, der Stimme Funktionen und Auswirkungen zuzuordnen.

Auch Akzente spielen eine große Rolle bei der Kommunikation. Diese lösen zunächst oft einen Zweifel an der Glaubwürdigkeit aus. Manchmal können Vorurteile der Grund dafür sein, aber in den meisten Fällen ist es einfach unser Gehirn, weil es ihm schwerer fällt eine Information zu verstehen, wenn nicht deutlich in der eigenen Sprache gesprochen wird. Es wird dann anstrengender die Informationen zu verarbeiten und das löst Unwohlsein in uns aus. Eine weitere Eigenschaft von Akzenten ist das unbewusste Imitieren von diesen. Wenn wir mit jemandem sprechen, dessen Muttersprache beispielsweise nicht deutsch ist und er/sie deshalb die Grammatik nicht so gut beherrscht, dann passen wir unsere Sprechweise an und sprechen „leichter“. Dieses Verhalten dient der Verständigung, indem sich beide Sprache einander annähern. Dies darf allerdings nicht übertrieben werden, weil es sonst beleidigend wirkt und nicht mehr ernst genommen wird.

Stimme als Verräter

Es gibt Situationen, in denen wollen wir unsere wahren Empfindungen verstecken. Vielleicht weil es uns unangenehm ist oder wir nicht zu viel von uns preisgeben wollen. Doch unser Stimmorgan macht uns einen Strich durch die Rechnung. Es ist wie das Tor zu unseren Absichten und enthüllt die Gefühlslage und die Absichten des Sprechers; dabei ist es nicht so leicht zu beeinflussen und zu bearbeiten wie zum Beispiel Bilder. Das limbische System, welches im Gehirn zuständig für unsere Gefühle ist, beeinflusst nämlich sämtliche Zwischentöne.

Bei jemandem, der Traurigkeit empfinden, erschlafft die Sprechmuskulatur, die Stimmlippen reagieren verzögert und vibriert sanfter. Dies bewirkt, dass sich der Ton kraftloser, tiefer und undeutlich anhört. Empfindet jemand Stress oder Nervosität, klingt sie gepresst und dünn. Dem Sprecher wird sprichwörtlich die Kehlen abgeschnürt. Desinteresse lässt sich ebenfalls im Stimmklang wiederfinden. Hierbei fehlt der Sprache jede Modulation und der Ton wird flach und monoton. In einem Paper veröffentlichten Farley, Hughes und LaFayette die Ergebnisse zu ihrer Studie, ob man Liebe in der Stimme hören könnten. Und in der Tat lässt sich die Liebe darin feststellen. So tragen Frischverliebte oft eine Art Verletzlichkeit und Angst vor Zurückweisung in ihrer Stimmfarbe.

Neben dem Sprechklang verrät auch die Sprechdynamik unserem Gegenüber sehr viel über uns. So gehen Nervosität und Anspannung beispielsweise mit einem schnell Redefluss einher. Wer schnell spricht findet allerdings wenig Gehör, da es für den Zuhörer zu anstrengend wird zu folgen, während sie es eigentlich gerne bequem mögen.

Reaktionen hervorrufen

Die Stimme kann aktive Reaktionen der Zuschauer auslösen. Hören wir einer lebendig Sprechenden zu, dann steigt unser Puls an und der Kreislauf wird angeregt. Eine schwunglose, monotone Sprechweise lässt uns hingegen müde werden. Reden Vortragende ruhig und entspannt, entspannt sich der Zuhörer. Stellt man jedoch fest, dass SprecherInnen nervös reden und auch unsicher in ihrer Körpersprache wirken, löst das in einem selbst unbewusst Atemkrämpfe aus, die zu Unwohlsein führen können. Und wenn eine kratzige Stimme spricht, räuspern wir uns selbst.

Der Stimmklang bestimmt auch, wer uns in Erinnerung bleibt und wer nicht. An eine Tiefe werden wir uns immer etwas besser erinnern können. Deswegen gelten Personen mit tiefer Tonart oft als bessere Führungskräfte. Sie strahlen in den Augen der ZuhörerInnen mehr Respekt und Macht aus. Ein Vortrag von einer piepsigen Stimme gerät hingegen schnell in Vergessenheit.

Attraktivität

Tiefe Stimmen bleiben nicht nur besser im Gedächtnis, sie gelten auch als attraktiv. Männer mit tieferer Stimmfarbe wirken stärker und männlicher. Oft hat man direkt das Bild von einem großen Mann vor Augen, welcher sehr selbstbewusst rüberkommt.

Bei weiblichen Stimmen ist das präferierte Bild ständig im Wandel. Waren hohe und piepsige Stimme vor vielen Jahren noch am beliebtesten, weil Männer damit eine Frau in Verbindung brachten, die hilflos ist und beschützt werden muss; zählen heute gefestigte Stimmfarben zu den angesehensten Frauenstimmen. Diese sollten weder quietschen, noch piepsig sein.

Bindung zwischen Mutter und Kind

Die Bindung zwischen Mutter und Kind gehört zu den wichtigsten und engsten Bindungen. Bei der Entstehung dieser Bindung übernimmt die Stimme eine wichtige Funktion. Das Ungeborene hört schon im Mutterleib ihren Klang und gewöhnt sich an ihn. Sie ist das erste, was das Baby hört. Deshalb ist auch die Reaktion des Neugeborenen auf die Stimme der Mutter anders als bei jeder anderen, auch die des Vaters.

In der weiteren Entwicklung des Kindes ist die Stimme der Mutter weiterhin sehr wichtig. Man nimmt an, dass der Stimmklang das Sprachenzentrum des Kindes aktiviert und deswegen Kinder, die mehr Kontakt mit ihrer Mutter haben, schneller sprechen lernen. Außerdem gilt die Mutter bis ins höhere Alter als der beste Wecker. Der Wissenschaftler Gary Smith fand in einer Studie heraus, dass von 24 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren, alle, 20 Sekunden nachdem sie den Klang ihrer Mutter gehört hatten, wach wurden. Bei einem normalen Feuermelder standen nur 14 Kinder nach 180 Sekunden auf. Doch auch bei Erwachsenen zeigt die mütterliche Stimmfarbe noch Auswirkungen. Sie funktioniert jederzeit beruhigend. Dafür reicht schon ein Anruf.

Erfolg auf dem Arbeitsmarkt

Eine tiefe, sichere Stimme wird oftmals mit Stärke und Kompetenz assoziiert. Dies ergab eine Studie aus Miami, bei der die gleiche Person mehrmals das gleiche für ihren Wahlkampf sagte. Der Stimmklang wurde in jeder Aufnahme durch einen Computer verändert und einer Gruppe vorgespielt. Klang der Stimmton auf der Aufnahme höher, wurde sie als weniger kompetent eingestuft und es entschieden sich deshalb weniger Wähler für sie. Auch eine Studie der Duke University brachte ähnliche Ergebnisse. Hierbei wurde ein Bewerbungsgespräch nachgestellt, bei dem die Bewerber entweder normal redeten oder ihre Stimmfarbe so verstellten, dass sie sich knarrend und kratzend anhörte. Das Ergebnis zeigte, dass die gleiche Person mit knarrendem Stimmklang fast nur negative Assoziationen auslösten. Die Person schien weniger kompetent, nicht vertrauenswürdig und weniger gut ausgebildet. Und das obwohl eine knarrender Tonfall oftmals tiefer ist, was eigentlich Kompetenz und Vertrautheit auslöst und auch langsamer ist, was deutlicher zu verstehen ist.

Diese beiden Studien beweisen, dass die Stimme einen großen Einfluss auf den Erfolg in der Arbeitswelt haben kann. Denn der Zuhörer wird sich durch sie immer ein Bild von Ihnen machen.

Doch nicht nur bei der Arbeitssuche spielt der Stimmklang eine Rolle. Auch in bereits bestehenden Hierarchien lassen sich positionsbezogene Stimmunterschiede feststellen. Reden ist ein Machtspiel. Chefs reden erfahrungsgemäß langsam. Sie brauchen auch nicht eilen, weil sie wissen, dass jeder ihnen zuhört. Angestellte sind dagegen oft nervös, wenn sie reden und werden deswegen immer schneller und schneller. Durch diese Sprechweise verlieren sie jedoch die Zuhörer und erlangen keine Reaktionen auf ihr Gesagtes, welches Folgen für das eigene Ego haben kann. Angestellte gelangen dadurch oft in einen Teufelskreis, denn durch eine noch größere Unsicherheit, verschlechtert sich auch ihre Sprechweise.

Die Stimme spielt also in jedem Lebensbereich eine wichtige Rolle. Damit diese den Herausforderungen gewachsen ist, lohnt es sich den Stimmapparat zu trainieren und zu pflegen. Und da kommt unser Blubberschlauch ins Spiel. Mit ihm können Sie durch eine simple Übung täglich die Leistung ihrer Stimme verbessern und sie nach einem langen Tag pflegen. Die Lax Vox-Anwendung und eine Anleitung finden Sie in unserem Blog.

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